Die Ereignisse überschlagen sich. In einem Tempo, welches mir nicht gefällt. Mit Verlusten die nicht tragbar sind. Ein schlechtes Omen jagt das nächste. Und ich kleiner Zwerg stecke mittendrin. Aber nun gut.. alles nacheinander!
Nachdem die Erscheinung verschwunden war, entschieden wir uns, die Örtlichkeiten nochmal anzuschauen. Hierfür haben wir an der Spitze des Kreis des Donners in die Ferne geschaut und festgestellt, dass neben dem einen Eingang noch zwei weitere dieser Zugänge zum Berg vorhanden sind. Ohne langes Zögern ergriffen wir die Chance und machten uns zunächst auf zum nordwestlichen Zugang. Diese Höhle war ähnlich aufgebaut wie die erste, die wir betraten um zur Spitze zu kommen. Hier war jedoch die Besonderheit, dass eine Art Alchemielabor vorhanden war. Verschiedenste Phiolen, Kräuter und auch unfertige Tränke lagerten in den Regalen. Auffällig waren jedoch vier Sachen: ein Trank mit einer grauen, zähen Flüssigkeit, welchen ich an mich nahm. Ein weiterer Trank mit einer rotschimmernden Flüssigkeit, der an Mylady gegeben wurde. Muskelrelaxierende Kräuter, die einen gewissen Entspannungs- und Erholungsfaktor boten. Diese steckte sich Conalt ein. Und zu guter Letzt mehrere Kräuter, die zur Herstellung eben solcher Tränke - wie Mylady nun bei sich trug - benutzt werden.
Ebenfalls gab es eine verschlossene Gittertür hinter der sich ein Wildschwein befand. Ich habe diesen billigen Zauber natürlich sofort durchschaut, weil mich einfach nichts und niemand täuschen kann. Dieses "Schwein" kämpfte auf eine äußerst ungewöhnliche und für mich schwer zu durchschauende Taktik, aber letztendlich erlag es den massiven Schwüngen meiner Axt. Korrgrim und Eleonora waren hingegen mehr als amüsiert, da sie meinten ich wäre einfach immer nur auf dem Unrat des Schweins ausgerutscht und hätte deswegen nicht getroffen. Lächerlich, möchte ich an dieser Stelle betonen! Einen Jünger des Tyr bringt nichts aus dem Gleichgewicht oder Fokus... (zumindest dachte ich dies, bis ich kurze Zeit später eines Besseren belehrt wurde).
Wir machten uns weiter zum nordöstlichen Eingang. Hier war wieder ein Wildschwein gefangen, welches jedoch nicht meine Beachtung fand, da wir direkt am Eingang der Höhle einen inhaftierten Ork fanden. Mylady zeigte auf einschüchternde Art und Weise, wieso man dieser Dame nicht im Unguten gegenüber stehen möchte. Der Ork wurde nach und nach auf seine Position und Situation hingewiesen bis er bemerkte, wer vor ihm stand und pure Panik über sein Gemüt herfiel. Ein angemessener Kandidat um zusätzliche Informationen zu erhalten! Kurzer Hand schlugen Eleonora und Conalt die Zellentür auf und mit leuchtender Hand ermöglichte ich ihm die Allgemeinsprache zu sprechen und zu verstehen. Er sagte uns, dass er für falsches Wachverhalten eingesperrt wurde und machte generell einen sehr unwissenden Eindruck. Jedoch - er konnte uns sagen, dass die Tore Gauntlgryms noch verschlossen sind, was für uns eine zunächst gute Nachricht war. Da aus ihm keine weiteren Informationen zu erhalten waren, zeigte der hünenhafte Barbar sein wahres Temperament als er wie eine widlgewordene Bestie über den Ork herfiel und ihn mit bloßer Manneskraft in zwei Teile zerriss. Auch ihm sollte ich vielleicht etwas freundlicher gegenüber treten...!
Weiter in die Höhle hinein fanden wir dann eine 2-Tage alte Leiche. Ein Mann, mittleren Alters, allerdings waren bestimmte Organe des Körpers entfernt. Nackt an Eisenketten aufgehangen, verwahrloste er vor sich hin und sein Leben wurde geraubt. Um ihn herum befand sich seine Rüstung und ein Schild (welches ich zunächst an mich nahm). Anhand der Symbole auf Rüstung und Schild wurde schnell deutlich, dass es sich um einen Paladin handeln musste. Und nicht nur irgendein Paladin - er schritt im Lichte des Tyr voran. Eine Abartigkeit ihn hier so zurück zu lassen! Mylady und ich waren schnell einer Meinung: wir sollten ihm sein gerechtes Grab zukommen lassen... .... ... jedoch nicht bevor wir ihm ein paar Fragen stellen konnten. Dieser Paladin war Tassalin von Niewinter, Paladin der I. Kammer (1. Frage: Wer bist du?) und er war auf dem Weg einen Findelstein mit besonderen Fähigkeiten zu finden (2. Frage: Was ist deine Mission?). Eine Gläubige aus Phandalin (wir konnten uns sehr schnell auf Schwester Garaele einigen) wüsste mehr, über eben jenen Ort, wo sich der Stein befinden soll. Anbei hatte er auch eine Karte des vergessenen Ortes, ist aber leider nie dorthin gekommen (3. Frage: Was befand sich in deinen Taschen?). Seine Aufgabe wäre abgeschlossen gewesen, den Stein nach Niewinter zu bringen. Allen Anschein nach hatte diese Mission eine größere Bedeutung als zunächst bekannt war (4. Frage: Was ist dein Auftrag/Ziel?). Zu guter Letzt bat er uns seinen Ring zu seiner Mutter zu bringen (5. Frage: Wem sollen wir in deinem Namen Bescheid geben?). Pflichtbewusst wie wir nun einmal sind, stimmten Eleonora und ich der Aufgabe zu - zunächst ohne weiteren Hintergedanken.
Eleonora, Korrgrim und ich zerbrachen uns über viele Fragen den Kopf: Wo ist der Ring? Was haben die Feinde hier mit ihm gemacht? Wieso fehlen bestimmte Organe? Was will der Feind mit einem einzigen Paladin? Die Fragen vernebelten den Verstand von uns Dreien und da waren sie, die Retter der Not namens Conalt und Fordelan. Durch geschickte Fragestellungen und einen finalen Hinweis wird der durchtriebene Plan deutlich: bei dem Ring handelt es sich um einen Siegelring des Orden, der an die Ordensmutter zurückgegeben werden soll. Diese Ringe sind nur den allerhöchsten des Tempels vorbestimmt. Somit könnte man auch sagen, dass er Tür und Tor zu dem wichtigsten Bestandteil eines Tempels bietet: dem Götteraltar. Zurückblickend sind wir auch bereits mit einem solchen Altar in Berührung gekommen (Schrein der Savras) und das Endprodukt war eine Vision. Der Feind versucht mithilfe des Siegelrings an eben diese Vision zukommen, um zu wissen was die Götter planen. Ein völlig Fremder mit dem Ring würde natürlich keinen Zugang erhalten, jedoch wenn es sich dabei um Tassalin handelt..? Der Feind kopiert Tassalin mithilfe der entnommenen Organe und gibt sich durch einen Verwandlungszauber als Tassalin von Niewinter, Paladin der I. Kammer aus! Wie lange der Feind bereits als Tassalin reist und wo er sich befindet, kann an dieser Stelle nur vermutet werden - dennoch lässt sich eines sagen: die Zeit spielt wieder einmal gegen uns!
Unabhängig von den wirklich schockierenden Ergebnissen, stehen wir noch einem Versprechen von Xanth gegenüber - die Rettung seiner Frau. Der Gefahr bewusst, reisen wir unverzüglich weiter und mithilfe von Xanth finden Conalt, Korrgrim und ich den Weg zu der Hütte, die nicht unweit vom Kreis des Donners entfernt ist.
Dort angekommen, stellen wir fest, dass die Hütte abgebrannt wurde, glücklicherweise jedoch keine Zentaurenleiche sich inmitten dieses wunderschönen Hains und Zufluchtsort befindet. Eleonora erkundigte sich, ob es einen Lieblingsplatz der Zwei gab. Xanth, sichtlich berührt und auch leicht beschämt, deutet auf den im Westen liegenden Teich hin, der nicht weit vom Haus entfernt ist. Vor Ort suchen alle nochmals nach entsprechenden Spuren und schnell wird deutlich, dass hier noch andere Humanoiden waren sowie eine etwas breitere Schleifspur, die auf einen Zentaurenkörper hinweist. Unser Versprechen fest im Auge, folgen wir eben dieser Spur und landen überraschenderweise erneut beim Kreis des Donners. Die bisherigen Abenteuer stecken allen in den Beinen und kaum einer kann sich noch auf den Beinen halten - die Nachtruhe wird gesucht und es werden entsprechenden Wachen eingeteilt.
Die Nacht selbst verlief ruhig, nur am Morgen fiel ein Schwarm Blutmücken wie eine Plage über uns her. Kurzer Hand zeigten alle die zurück gewonnen Kräfte und verdeutlichten, wem sich diese Mücken entgegenstellten.
Die Schleifspur wurde relativ schnell wieder aufgenommen und es zog uns weiter gen Südwesten. Nach mehreren Stunden Fußmarsch erreichten wir die südlichste Ursprungsspitze des Flusses, der ins Meer mündete und an den Ort, an dem wir bereits den wartenden Orktrupp besiegt haben, deren Aufgabe es war genau an diese Position zu kommen. Von hier aus übernahm Conalt dann die Führung. Der Wald wurde zunehmend dunkler und der Weg immer verwildeter. Die Reise schlauchte uns alle, so dass wir erneut eine Ruhephase eingelegt haben.
Klug wie wir Isenbarts nunmal sind haben wir mithilfe unserer Götter entsprechende Nachrichten an verschiedene Personen geschickt: Korrgrim unterhielt sich mit Falcon, während ich versuchte mit Edermath in Kontakt zu treten, um diese perfide Schauspiel, welches dem Orden des Tyr vorgespielt werden soll, zu unterbinden.
Oh Götter, wie naiv und dumm wir doch sind! Wir erhielten Antwort, jedoch waren diese wirklich nicht ungünstiger zu erfahren als in diesem Moment: Falcon hat Besuch bekommen. Big Al von der Butterskull Ranch mitsamt einiger Flüchtlinge, die Schutz bei ihm suchten. Sie wurden vertrieben, die Butterskull Ranch gibt es nicht mehr. Ein Drache hat diesen Ort vollkommen zerstört. Und Edermath.. Er und die Bürger Phandalins müssen sich einer Belagerung entgegenstellen. Die Tore von Axeholme sind verschlossen und jede Person versucht den Ort zu verteidigen - vor einem Drachen!
Die Nachrichten sind furchtbar, dennoch lassen wir uns nicht von unserem Weg abbringen und folgen weiter - unbeirrt - der Führung von Conalt. Nach weiteren Stunden des gefühlt ziellosen Wanderns, ragten sie empor. Der Sonnenschein fiel leicht durch das dicht-gewachsene Blattwerk der Baumkronen, ein sattes Grün spielte förmlich mit dem Licht, welches hindurchbrach und auf die massiven Steinmauern der vergessenen Burg fielen. Wie ein ruhiger Riese, friedlich stand sie mitten vor uns - Burg Cragmaw!
Wer weiß, was oder wen wir dort drin finden. Die Schleifspuren führen über die Schwelle des massiven Gatters, welches über die moosbedeckten Treppen erreicht werden kann. Zeit einen Vetter UND eine Zentaurenfrau zu finden!