Autor Thema: Wachsamkeitsproben - wie macht Ihr das?  (Gelesen 51 mal)

Offline Obelino

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Wachsamkeitsproben - wie macht Ihr das?
« am: 23. Januar 2026, 11:20:39 »
Hallo,

das Thema treibt mich etwas um - es gibt etwas zu entdecken, hängt aber vom Erfolg einer Wahrnehmungsprobe ab. Hier gibt es dann bei Fehlschlag ja immer einen Konflikt zwischen Spieler- und Charakterwissen, wenn der Spiele weiß, dass die Probe nicht erfolgreich war. Verdeckt als SL würfeln möchte ich aber auch gerne vermeiden.

Wie handhabt Ihr das in Euren Runden?

Offline Marco

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Antw:Wachsamkeitsproben - wie macht Ihr das?
« Antwort #1 am: 27. Januar 2026, 17:05:25 »
Hallo Obelino

das Dilemma, das du beschreibst, kennen vermutlich die meisten Spielleiter. Der „Konflikt“ entsteht weniger durch die Wahrnehmungsprobe selbst, sondern dadurch, dass ein Fehlschlag oft automatisch signalisiert: „Hier gab es etwas Wichtiges, das du verpasst hast.“

Ich handhabe das in meinen Runden auf mehrere Arten, je nach Szene:

  • Wahrnehmungsproben liefern nie „nichts“
    Ein Fehlschlag bedeutet bei mir nicht, dass der Charakter blind ist, sondern dass er die Situation falsch einordnet oder nur einen Teil wahrnimmt. Der Spieler bekommt also immer eine Beschreibung – nur ist sie unvollständig, banal oder sogar leicht irreführend. Dadurch weiß der Spieler zwar, was sein Charakter wahrnimmt, aber nicht, ob es die ganze Wahrheit ist.

  • Wahrnehmung entscheidet über Qualität, nicht über Existenz
    Wichtige Dinge existieren unabhängig vom Wurf. Die Probe bestimmt, wie gut oder wie früh sie erkannt werden. Ein Fehlschlag heißt dann nicht „nichts entdeckt“, sondern „zu spät“, „unter Zeitdruck“ oder „mit Nachteilen entdeckt“.

  • Konsequenzen statt Informationsverlust
    Statt Informationen komplett vorzuenthalten, verknüpfe ich Fehlschläge mit Konsequenzen: mehr Zeit vergeht, Aufmerksamkeit wird erregt, eine Gefahr kommt näher. So bleibt die Probe relevant, ohne Meta-Wissen problematisch zu machen.

  • Meta-Wissen bewusst akzeptieren
    Ich mache meinen Spielern klar: Meta-Wissen ist nicht automatisch schlecht. Entscheidend ist, dass der Charakter darauf nicht reagiert. In meinen Runden klappt das erstaunlich gut, wenn man offen darüber spricht und Vertrauen hat.

  • Verdeckte Würfe nur punktuell
    Ich vermeide verdeckte Würfe ebenfalls weitgehend. Wenn ich sie einsetze, dann nur dort, wo Unsicherheit ein zentrales Stilmittel ist – nicht als Standardlösung.

Unterm Strich:
Ich versuche, Wahrnehmungsproben so zu gestalten, dass sie das Spiel verändern, nicht abbremsen. Dann ist es auch weniger relevant, ob der Spieler weiß, dass er gerade gut oder schlecht gewürfelt hat.

Naja, es funktioniert bei mir wie gesagt ganz gut und mit ein wenig Übung lässt sich das gut umsetzen.