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Kaminzimmer => Abenteuer => Thema gestartet von: Sebastian am 28. März 2021, 22:02:38

Titel: Die Zwergenausgrabungsstätte und der Zorn Abbathors
Beitrag von: Sebastian am 28. März 2021, 22:02:38
Baris erwies sich als meisterhafter Waldläufer und führte uns auf schnellstem Wege auf Straßen, die gar nicht mehr existierten (aber ursprünglich zwergischen Ursprungs waren und noch immer rund 400 Jahre alte Geheimzeichen Marthammor Duins aufwiesen) zur Ausgrabungsstätte der Zwerge, die wir im Auftrag Phandalins vor dem Drachen in der Region warnen sollten.

Die „Mine“ war keine solche im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine versteckte, dereinst eindrucksvolle, heute aber leider weitgehend zu Ruinen verkommene Zwergensiedlung in einem Berg. Schnell fiel uns auf, dass die Schäden, die wir vorfanden, nicht nur auf den Zahn der Zeit zurückgeführt werden konnten. Die riesigen Steinstatuen, die in einem versteckten Tal die steinernen Eingangstore flankierten, waren enthauptet worden. Die Häuser der Bewohner, waren dem Erdboden gleich gemacht. Nur ein Tempel des bösen Zwergengottes Abbathors, der die Gier zu seinem persönlichen Kult erhoben hat, schien äußerlich vergleichsweise unbeschädigt.

Die Expedition, die hier Ausgrabungen vornehmen wollten und diese Mine für sich in Phandalin angemeldet hatten (nicht ohne, dass der Bürgermeister sie über den Tisch ziehen und 70% der Ausgrabungserlöse beanspruchen wollte), bestand nur aus 2 Schildzwergen namens Norbus und Daslin. Sie berichteten, von einem Vetter gerüchteweise von diesem Ort gehört und für teures Geld eine Karte erstanden zu haben. Nunmehr hofften sie hier auf Reichtümer, da sie im Heim des Zwergengottes der Gier eben solche vermuteten. Bei ihrer Suche im Tempel waren sie jedoch früh gestoppt worden, als ein geleeartiges Monster sie verängstigt und vertrieben hatte. Begierig doch noch an ihren erhofften Gewinn zu kommen, bieten sie uns an, uns zu beteiligen, wenn wir den Tempel sichern und allen dort befindlichen Monstern den Gar ausmachen. Im Gegenzug gestehen sie uns alle Waffen, magischen Artefakte und sonstigen Dinge zu, die nicht aus Gold bestehen. Wir akzeptierten, auch deshalb, weil uns schnell klar war, dass diese Goldschürfer die sicheren Mauern Phandalins nicht aufsuchen würden, ehe sie diesen Ort erkundet und geplündert hatten.

Der Tempel erwies sich als ein Ort der Greuel, mit einem Opferaltar, auf dem das Blut früher in Strömen geflossen sein muss, mit insgesamt 3 Ockergallerten, die uns nach dem Leben trachteten und mit den Skeletten der hier vor langer Zeit gestorbenen Tempelwächter und -priester.

Wir töteten die Monster, wobei es sich abermals Marthammor Duin nicht nehmen ließ, 2 der Kreaturen mit seiner göttlichen Waffe höchst persönlich den Gar auszumachen – „gelobt sei der Herr!“ Wir fanden sowohl eine Vielzahl von Geheimtüren, als auch vielen Stellen, an denen der Tempel eingestürzt war, ganz zum Unglück der unter dem Schutt Begrabenen. Unter Letzteren war auch das Skelett des Hohepriesters, welches eine Kette mit einem juwelenbesetzten Dolch als Anhänger getragen hat, auf dem eine Zwergenrune die zweifelhafte These aufstellte: „Gier ist gut!“ Ich nahm dieses Zeichen des Abbathors an mich, wohl wissend, dass es uns noch nützlich werden mochte.

Es fiel uns auf, dass die Toten keinem Angriff zum Opfer gefallen sind und auch die Schuttberge im Tempel ganz offensichtlich nicht von Baumängeln herrührten, vielmehr macht es den Eindruck, dass Abbathor höchst selbst die Angehörigen seines Tempels zu Fall gebracht hat. Womit um Himmels Willen haben sie ihn so verärgert? Haben sie - in sündhafter Großmut - Geschenke verteilt? Und wo kommen die Ockergallerten her? Sind es etwa verfluchte ehemalige Anhänger Abbathors?

Wir mussten uns durch den Schutt durchgraben, um den Zugang zur „Halle der Gier“ freizulegen. In der Halle fanden wir eine zerstörte Statue, die nicht mehr zu identifizieren war. Ihr gegenüber war eine weitere, diesmal jedoch perfekt erhaltene Statue eines gehörnten Zwergen (vermutlich eine Darstellung Abbathors), der einen riesigen grünen Edelstein gierig begaffte, den er in Händen hielt. Nach meinen Schätzungen wird der Edelstein einen beachtlichen 5-stelligen Goldbetrag Wert gewesen sein, doch besonders an ihm war auch sein Schliff, der etwas einzuschließen schien, was wohl nur durch tiefergehende magische Untersuchungen identifizierbar gewesen wäre. Ich vermutete, dass er vielleicht die Seele des Wächter-Mantikors in sich trug? Am Sockel der Statue fanden wir eine Öffnung, in die der gefundene Anhänger des Hohepriesters wie ein Schlüssel hineinpasste. Wir einigten uns darauf, der von Abbathor propagierten Gier nicht zu erliegen und ihn (bzw. seine Statue) nicht zu bestehlen, sondern den Edelstein dort zu belassen. Dies mag auf den ersten Blick verwundern, doch war in unseren Herzen kein Platz für Gotteslästerung (nicht einmal gegenüber einem Gott mit böser Gesinnung). Außerdem legten wir auch keinen Wert auf ein Wiedersehen mit dem Mantikor, der mir kürzlich noch seinen Hass auf diejenigen bekundet hatte, die seinen Herrn bestehlen wollen.
Einer der Zwerge, die die Mine beanspruchten, verlor jedoch beim Anblick des Edelsteins den Verstand und musste durch einen Schlafzauber Daenars ruhiggestellt werden. Wir brachten ihn in die Eingangshalle des Tempels und weckten ihn in der Hoffnung, dass er außerhalb des Einflussbereichs wieder zu Sinnen kommen würde, doch die Gier hatte sein Herz noch immer voll im Griff und sein Vetter erkannte ihn nicht wieder. Die Situation eskalierte, als Baris ihn ohrfeigte und er sich auf den flüchtenden Halbling stürzen wollte.

Als sie aus dem Tempel rannten kam ihnen unvermittelt eine Kampfgruppe Kriegsorks entgegen, die gerade im Begriff waren, den Tempel zu stürmen. Die zahlenmäßige Unterlegenheit hätte uns hier leicht zum Verhängnis werden können, wenn Daenar sich nicht geistesgegenwärtig an die Feuerball-Schriftrolle erinnert hätte, die die Gruppe seinerzeit ins Glasstabs Unterschlupf gefunden hatte, und diese einsetzte, um die vorpreschende Horde gänzlich einzuäschern. Wo die Orks hergekommen waren und ob es Zufall war, dass sie gerade jetzt kamen, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Ein Gutes hatte der Angriff der Orks gehabt: Der Zwerg war durch den Schreck zur Vernunft gekommen und beide Zwerge wollte nur noch hier weg, gerne mit unserem Geleitschutz in Richtung Phandalin. Wir übernachteten noch im Tempel, verschlossen alle Geheimtüren wieder und versiegelten die Tore mit einer Warnung, als wir den Tempel am nächsten Tag verließen und uns aufmachten, Baumel und die Hebamme einzusammeln …