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Kaminzimmer => Abenteuer => Thema gestartet von: Maria am 16. Februar 2026, 00:00:10

Titel: Vom Zwergental nach Caer Konig und dann nach Bryn Shander Teil 2
Beitrag von: Maria am 16. Februar 2026, 00:00:10

Am nächsten Morgen wirkten die Männer etwas müde, was ich jedoch nicht weiter kommentierte. Die Familie Black kam, um sich von uns zu verabschieden, und auch wir bereiteten unseren Aufbruch vor.
Bevor wir die Stadt verlassen konnten, mussten wir uns jedoch um Staival kümmern. Wir holten ihn aus seinem Raum, und er zeigte sich unverändert überheblich und lautstark. Shenmi verlor nach kurzer Zeit die Geduld und schlug ihn bewusstlos, wodurch sein endloses Gerede endlich verstummte. Wir knebelten ihn, zogen ihm seine Winterausrüstung an und verstauten ihn in einer großen Kiste. Da wir ihn unbemerkt nach Bryn Shander bringen mussten, blieb uns keine andere Wahl, als diesen Weg zu gehen.

Wir erreichten Bryn Shander erst nach Einbruch der zulässigen Einlasszeit. Am Tor wurden wir entsprechend kühl empfangen. Die Wachen machten deutlich, dass sie uns unter diesen Umständen nicht passieren lassen wollten. Erst als wir dreißig Goldmünzen vorwiesen und erklärten, wir seien redliche Händler, die durch widrige Umstände aufgehalten worden waren, änderte sich ihre Haltung. Das Tor wurde geöffnet, wenn auch ohne jedes Lächeln.

Auf dem Weg durch die Stadt kamen wir an einem auffallend großen Haus vorbei, das später als das der Phandels bezeichnet wurde, auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts über seine Bewohner wussten. Schließlich erreichten wir das Haus der Triaden.

Korrgrim hatte auf meine Bitte hin bereits gedanklich Kontakt mit Borren aufgenommen, um unsere Ankunft anzukündigen. Man erwartete uns, und die Freude über das Wiedersehen war auf beiden Seiten spürbar.
Wir baten Borren um ein vertrauliches Gespräch und schlugen vor, Brakur in der Zwischenzeit in unsere Räumlichkeiten zu führen. Borren entschied jedoch, ihn persönlich zu begleiten, was unsere Absicht erschwerte. Brakur stellte zahlreiche Fragen, die Borren bereitwillig beantwortete. Hinzu kam, dass Skargard uns mit dem Wort „Avatare“ begrüßte, was die Situation weiter verkomplizierte. Ich hatte das Gefühl, dass wir die Dinge nicht so diskret regeln konnten, wie wir es uns erhofft hatten.

Zunächst suchten wir Nargrim auf. Wir hatten ihn gebeten, den Pfeil zu untersuchen, den Araleth ihm überlassen hatte. Es hatte Berichte gegeben, er habe Blitze verschossen, doch Nargrims Untersuchung ergab, dass es sich um einen gewöhnlichen Pfeil handelte, ohne besondere magische Eigenschaften.

Anschließend begaben wir uns in die Bibliothek zu Araval. Ihn hatten wir gebeten, die Zeichen der Drow zu analysieren, die wir gefunden hatten. Er konnte die Wappen drei Häusern zuordnen: Haus Oblodra, Haus Mizzrym und Haus Baenre. Laut den Aufzeichnungen, auf die er sich stützte, gehörten diese Häuser zur Zeit der Niederschrift zu den zehn führenden Familien von Menzoberranzan. Der Verfasser der Notizen trug den Namen Drizzt. Araval erklärte uns, dass die Häuser der Drow gewöhnlich untereinander um Einfluss und die Gunst ihrer Göttin Lolth konkurrierten. Boshaftigkeit sei in diesem Gefüge kein Makel, sondern ein Mittel zum Aufstieg. Zweckgebundene Allianzen seien nicht ungewöhnlich, doch sie dienten stets eigenen Interessen. Dass mehrere bedeutende Häuser gemeinsam agierten, ließ vermuten, dass mehr hinter den aktuellen Ereignissen steckte. Wenn, wie die Berichte nahelegten, die Drow alles an der Oberfläche verachteten und vernichten wollten, stellte sich die Frage, weshalb sie nun in dieser Form zusammenarbeiteten und ob weitere Mächte oder Gottheiten beteiligt waren. Auf meine Nachfrage wusste Araval nicht zu sagen, ob der Verfasser der Notizen noch lebte. Wir dankten ihm und setzten unseren Weg fort.

Als Nächstes suchten wir Branarr auf. Er sollte den unbekannten Trank untersuchen, den Orthum bei sich trug. Seine Analyse ergab, dass es sich um einen Unsichtbarkeitstrank handelte, dessen Wirkung etwa eine Stunde anhielt. Der Trank war selten und kostspielig, vollständig wirksam auf alles, was der Anwender bei sich trug. Allerdings erlosch die Unsichtbarkeit, sobald der Träger Schaden nahm oder selbst in einen Kampf eingriff. Branarr betonte den hohen Wert dieses Mittels und dass es mit Bedacht eingesetzt werden müsse.

Er wirkte jedoch angespannt, beinahe gereizt. Er arbeitete weiterhin an der Grundlage eines verbesserten Heiltranks, benötigte dafür jedoch ein bestimmtes Kraut aus einer Höhle. Als ich ihn darauf hinwies, dass es sich genauer um Blüten handelte, reagierte er ungehalten. Korrgrim fragte ihn nach einer verborgenen Zutat, woraufhin Branarr knapp bejahte, sich aber zugleich Notizen machte, als sei er sich selbst nicht sicher. Als wir den Raum verließen, rief ich ihm zu, dass es sich um Mondlicht handle. Seine Antwort klang wenig überzeugend, doch wir beließen es dabei.

Zurück in unseren Räumen trafen wir auf Borren und Brakur. Wir verabschiedeten uns bis zum nächsten Morgen. Bevor Borren ging, übergab ich ihm fünfhundert Goldmünzen zur Unterstützung des Ordens. Zudem informierte ich ihn darüber, dass sich auf unserem Schlitten noch Rüstungen und verschiedene Gegenstände befänden, darunter auch magische Stücke, die der Orden nach eigenem Ermessen nutzen oder veräußern könne. Borren zeigte sich tief dankbar. Danach zogen wir uns zurück und suchten endlich die wohlverdiente Ruhe.