Unser Gespräch in der Küche des Lokals, in dem wir den Sprecher Trovus bringen, ist hitzig. Orthum will sicher gehen, dass die Schwestern Allie und Corie in Sicherheit sind. Sie sind es und es gibt keinen weiteren Grund hier zu bleiben und unnötigen Stunk zu verbreiten der nicht angebracht ist. Da wir weitere Informationen zu Garret und seiner Expedition benötigen, die Zwergenspuren aber auch nicht außer Acht lassen wollen, gehen Shenmi und Araleth den Spuren nach und wir anderen in das andere Gasthaus. So trennen wir uns für kurze Zeit und wollen uns in dem anderen Gasthaus treffen.
Das andere Gasthaus ist in sehr gutem Zustand. Eine hübsche Halblingsfrau ist im Hintergrund. An der Theke steht ein grauhaariger Elf, der sich mit Eglender Korr, Glen, vorstellt und etwas abseits eines Zwerges mit kurzen Haaren. Sein Name ist Bromlim Coalmane. Am Tresen sitzt ein Mann und unsere Begleiterin, die Zwergin Jarthra Farzassh, nennt ihn Volstrom Benilyn und macht sich ein wenig über ihn lustig. Im hinteren Schankraum sitzen zwei weitere Gäste. Glen bestätigt den Aufenthalt der Reisegruppe, aber viel neues wissen sie auch nicht. Wir unterhalten uns weiter und versuchen einander kennen zu lernen. Doch es kommt der Punkt, an dem wir uns verabschieden. Wir gehen zurück zu unserer Herberge.
In einem kurzen Gespräch mit Atenas Swift, dem Wirt und Betreiber des Far Expedition, erzählen wir ihm, dass wir die O´Connor Brüder kennen gelernt haben. Das Shenmi ein diplomatisches Talent hat, um solche Sturköpfe zu besänftigen und wir ohne Ärger das andere Gasthaus verlassen konnten.
Am nächsten Morgen brechen wir mit Jarthra auf zum Basislager an Kelvins Steinhügel. Araleth und sie führen die Gruppe an und als wir am Fuß des Berges ankommen, ist der Anblick überwältigend! Jarthra ist erstaunt, dass Araleth den normalen Weg um eine Stunde verkürzen konnte und sie bittet ihn ihr diesen Weg auf ihrer Karte zu markieren. Der Weg zum Lager selbst ist nicht mehr weit.
Als wir dort ankommen, sehen wir schon die fünf angebundenen Schlittenhunde von Garret. Sie freuen sich Boy zu sehen und ich zaubere Tiersprache, um mit ihnen in Verbindung treten zu können, denn sie sind hungrig und durchgefroren. Nach der Fütterung sagen sie mir, dass Garret noch nicht zurückgekommen ist und das sie aber nicht wissen, wie lange er schon fort ist. Ihnen ist kalt und da jetzt der erste Hunger gestillt ist, geht es ihnen besser.
Im Lager gibt es Zelte die aufgebaut sind und zwei Feuerstellen, die wir sofort anzünden, um den Tieren etwas Erleichterung zu verschaffen. Auf den Schlitten, die hier stehen sind noch weitere Vorräte. Jarthra verabschiedet sich von uns, sie will die Rückreise antreten. Hier alleine mit den Hunden kann sie nicht bleiben. Wer weiß welche Gefahren hier lauern. So beginnen wir den Aufstieg.
Wir binden uns gegenseitig an unseren Seilen fest. Eine reine Sicherheitsvorkehrung. Man kann ja nie wissen. Drei Bergziegen stehen auf unserem Weg rum und meckern. Doch Araleth blöckt sie weg. Was für ein Schauspiel! Es geht noch weiter und ein Beben und Donnern erhebt sich. Eine Lawine hat sich gelöst! Wir versuchen so schnell wie möglich nach vorne zu laufen, raus aus ihrer Richtung. Doch Baris und Orthum erwischt sie. Den Göttern sei Dank, dass wir die Seile um uns haben. Shenmi, Araleth und ich nehmen unser Reisegeschirr zur Hand und beginnen zu schaufeln. Da wir uns alle fünf Meter an dem Seil angebunden haben, können sie nicht weit entfernt sein. Übermenschlich buddeln wir nach ihnen. Ein Lichtstrahl kommt aus dem Himmel auf die Stelle knapp unter uns und dann haben wir sie. Mit kräftigen Zügen ziehen wir die beiden aus dem Schnee. Sie leben noch! Doch beide sehen angeschlagen aus.
Heilung ist da und schon bald geht es ihnen besser. Wir gehen weiter hinauf.
Es dauert nicht lange und wir erreichen ein Plateau. Boy beginnt in eine bestimmte Richtung zu ziehen. Doch wir sind vorsichtig. Wir finden eine Feuerstelle und Boy zieht weiter. Baris hält die Augen auf, damit wir nicht überrascht werden. Unter einer Plane finden wir Garret. Er lebt noch ist jedoch schwer verletzt. Sein Hund ist kaum zu halten. Er freut sich und überhäuft ihn mit Hundeküssen. Ein klein wenig Handauflegen genügt schon und er ist aus seiner Bewusstlosigkeit raus. Shenmi reicht ihm Wasser und ein klein wenig Nahrung. Er stammelt was von seinen Begleitern und ganz langsam kommt er zu sich. Er ist so dankbar, dass wir ihn gefunden haben. Das es noch Leute mit so viel Güte gibt. Wir sagen ihm, dass Keegan uns gebeten hat ihn zu suchen.
Doch seine Begleiter sind ihm sehr wichtig. Die Halblingsfrau kommt aus Luskan und ihr Meister hat sie beauftragt nach alten Zeichen zu suchen auf dem Gipfel. Ihr Meister ist ein Magier, der einer bestimmten Bruderschaft angehört und mit Erfüllung des Auftrages würde sie in seiner Gunst steigen. Sie ist überheblich und arrogant und es hört sich für mich so an als hätte dieser Meister kein Interesse an den Menschen die hier leben. Ihr Name ist Perilou aber an den Namen ihres Meisters kann er sich nicht erinnern. Der ganze Auftrag war seltsam sagte er. Wir sollen ihm helfen seine drei Begleiter zu suchen und zu finden, denn er fühlt sich verpflichtet ihr Leben zu schützen dadurch das er den Auftrag angenommen hat.
Sie sind von einem Yeti weiter oben angegriffen worden und er hat versucht die Aufmerksamkeit des Yetis auf sich zu ziehen. Die Verletzungen, die er davongetragen hat, hat er so gut es ging selbst versorgt und sich hier hin gerettet.
Baris gibt plötzlich Alarm! Zwei Steinklippenkatzen springen in unser Lager. Wir schaffen es die beiden Tiere zu töten ohne schwere Verletzungen zu erhalten. Garret ist erstaunt und sehr erleichtert.
Nun ist Zeit zu ruhen und zu Kräften zu kommen. In abwechselnden Wachen beginnen wir die Nacht.
Garret kommt aus einem kleinen Adelshaus aus Niewinter. Velryn ist sein Haus, doch er hat alle Titel abgegeben und seine Familie zurückgelassen. Er hat schon immer die Natur geliebt und hat als Führer die Erfüllung gefunden mit seinem Mann Keegan und der Hundezucht. Auch wir können ihm Kleinigkeiten von uns erzählen, doch im Grunde belanglose Dinge.
Am nächsten Morgen geht der Aufstieg weiter. Baris und Shenmi geht es nicht so gut. Doch wir kommen an die Stelle, an der der Angriff des Yetis erfolgte. Ein Höhleneingang tut sich auf und wir begeben uns vorsichtig hinein. Langsam folgen wir den Spuren auf dem Boden. Der direkte Höhleneingang innerhalb der Höhle liegt vor uns und wir gehen hinein. Umso weiter wir uns hineinbegeben, umso unheimlicher wird es. Hinter einem Abgrund führt ein Gang weiter und es liegen einige Leichen dort, Waffen und als Trophäen die Schädel der Opfer in Wandnischen. Gruselig. Dann hören die anderen vor uns Geräusche. Ein Stöhnen und ein Kichern. Wir gehen weiter langsam voran und sehen ein Yeti-Baby wie es mit Perilou, die völlig katatonisch in Embryohaltung am Boden liegt, spielt. Als es uns erblickt, erschrickt es und ich gehe vorsichtig und langsam zu Perilou. Das Junge läuft weg und Shenmi kommt hinzu. Sie möchte die Halblingsfrau wegziehen, aber sie selbst ist geschwächt und kann sie nicht bewegen. Wir hören ein Grummeln und schwere Schritte. Das Muttertier nähert sich uns voller Hass und Zorn und greift uns an. Baris kommt hinzu und dieser riesige Yeti greift mich an und trifft mich so übereilt nicht. Wir können das Tier verletzen und aus dem Hintergrund schließt Araleth auf das Monster. Ich rufe die Macht meines Schwures und es gelingt mir das Muttertier zu halbieren. Das Junge kommt angelaufen und wir wissen, dass wir es nicht am Leben lassen können. Baris setzt seinem Leben ein gnädiges Ende.
Nun können wir uns um Perilou kümmern. Sie kommt aus ihrem Zustand heraus und bedankt sich für ihre Rettung. Wir untersuchen hier noch die Höhle und können einige Vorräte finden, die wir mitnehmen. Doch wir sollten so schnell wie möglich hier raus. Der zweite Begleiter war der Goliath, dessen Leiche wir in der Trophäenhalle gefunden haben und es fehlt uns noch der Verbleib der Tieflingsfrau Astrix. Perilou sagt, dass sie weiter zum Gipfel hoch geflüchtet ist.
Als wir die Höhle verlassen wollen, kommt aus dem oberen Gang das Vatertier auf uns zu mit einer Ziege auf den Schultern. Er sieht uns und weiß was passiert sein muss. Baris ist so schnell an dem Yeti dran, dass wir kaum hinterherkommen. Ich folge, kann aber nicht mehr angreifen und Shenmi kommt hinterher und kann noch gezielt auf den Yeti einschlagen. Doch der eisige Blick des Yetis trifft Baris und er entgleitet uns fast aus dem Leben. Ich überstehe den Angriff des Yetis mit schweren Verletzungen und Araleth schafft es ihn mit seinen Pfeilen zu töten. Der letzte Schuss trifft ihn in den Hals und er taumelt zum Abgrund und fällt tot in die Tiefe.
Orthum sammelt seine Kräfte und seine gesegnete Heilung trifft uns alle! Die Wunden, die ich davongetragen habe, verschließen sich und auch Baris, dem ich zwar die Hand auflegen konnte, kann seine Starre und übelste Verletzung heilen. Auch Garret und Perilou trifft die gesegnete Heilung. Garret der mehr als erstaunt ist fragt uns wer wir sind und Shenmi in ihrer unnachahmlichen Art sagt einfach nur: "Die Hoffnungsbringer!". Mit neuer Kraft heißt es nun Astrix zu finden und weiter den Aufstieg zu wagen. Doch in meinem Herzen danke ich den Göttern, dass sie uns all den Gefahren bis jetzt haben trotzen lassen. Wir leben alle!
Der Aufstieg geht weiter und es ist wirklich nicht mehr weit. Das Lager hier oben hat ein erloschenes Feuer und wir sehen blaue Stiefel im Schnee und Astrix, die dort mit angewinkelten Beinen sitzt. Mit dem Blick auf die Leiche vor ihr und selbst erfroren.
Wir finden keine Hinweise, wer der Tote ist. Sein Kopf fehlt und er trägt keine Dokumente bei sich. Orthum untersucht auch Astrix, findet ihr Zauberbuch und einen Trank, was er beides an sich nimmt. Araleth und ich suchen Steine, um die beiden zu bestatten. Als wir damit fertig sind, frage ich Perilou, die sehr verstört aussieht, was um Himmels Willen sie hier gesucht hat. Auf ihre knappe Antwort: "Nur Dummheit!" wird Garret laut und schreit sie an, ob sie nun endlich die Wahrheit sagen würde, da ihretwegen so viele gestorben sind. Sie setzt sich an das Lagerfeuer, was Baris entzündet hat, und erzählt uns ihre Gründe.
Perilou ist ein angehende Akolythin des Zauberers ohne Namen. Astrix, die zaubern konnte, hat nach magischen Spuren von A.K. Kessel gesucht.
Sie sollte dem Gremium etwas Wertvolles überbringen, um als Akolyth aufgenommen zu werden. Sie versteht es selbst nicht mehr, wie sie ihren Weg so verlassen konnte, denn sie hatte vor langer Zeit Yondalarr ihre Treue geschworen. Ein Halblingsgott der für viele Gute Dinge steht.
Sie will nicht mehr Akolyth sein und ist sich bewusst, dass sie nicht mehr in den Süden zurückkann. Die Zauberer würden sie töten, denn sie dulden kein Versagen. Shenmi ist wie immer aus ihrem Herzen heraus sehr großzügig und gibt ihr eine zweite Change. Sie soll nun etwas Gutes aus ihrem Leben machen. Garret schaut Shenmi an und fragt ob sie das wirklich verdient hat, doch die Antwort kann keine andere sein als das jeder eine zweite Chance verdient hat. Als wir ihr raten sich ihrer Gottheit wieder zuzuwenden, da diese ihre Gebete benötigt, schaut sie uns nur schweigend an wie auch Garret. Sie haben alle ihren Glauben verloren. Wir müssen die Hoffnungsbringer sein, die das göttliche Licht wieder bringen!
Doch nun geht es an den Abstieg. Ein langer Weg liegt vor uns und mit viel Glück schaffen wir es am Abend im Basislager anzukommen.
Es fällt uns leichter hinunterzugehen als rauf zu kommen. Als wir das Basislager erreichen, warten die Hunde auf uns und ihre Freude Garret zu sehen ist unbeschreiblich! Schnell zünden wir die Feuer wieder an, setzen uns hin, bereiten uns allen eine Mahlzeit zu und schauen dem freudigen Treiben zu. Ein Gefühl des Glückes kommt über mich. Danke das wir es geschafft haben zu Retten und zu überleben. Dafür lohnt es sich hier zu sein!