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Autor Thema: Die Rettung einer waschechten Prinzessin (Rollenspiel am 18.09.2022)  (Gelesen 1255 mal)

Offline Sebastian

  • Sebastian
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Nach der Rettung unseres geliebten Vetters Gundren und der tödlichen Rache an seinen verkommenen Peinigern im gerechten Zorn unseres Clans, durchstreiften wir Burg Cragmaw auf der Suche nach der nicht minder rettungswürdigen Ehefrau unseres Freundes Xanth. Ich fand einen ehemaligen Thronsaal, wo von der Decke 2 bestialische Gricks über mich herfielen, bevor ihnen mit Hilfe meiner Ahnen und meiner treuen Gefährten der Gar ausgemacht werden konnte.

Im Altarraum daneben bot sich uns ein schrecklicher Anblick. Und damit meine ich nicht den Altar des (Hobo-)Goblin-Gotts Maglubiyet und die kunstvollen Gegenstände aus der alten Zeit (einen Pokal, ein Messer und ein Weihrauchgefäß), die Baris an sich nahm, damit Magnus sie später einer Inspektion unterzieht. 

Auf dem Altar zeichnete sich unter einem diabolisch-schwarzen Tuch eine große Leiche ab. Ich sah unsere Rettungsmission bereits gescheitert und betete zu Marthammor Duin, dass ich mich irren und es nicht die gesuchte Zentaurin sein möge, die da lag. Als wir das Tuch entfernten, erhörte mich mein gnädiger Gott …, denn zum Vorschein kam ein kräftig gebauter, sehr muskulöser, (und sehr toter) menschlicher Hüne Ende 40 mit langen grau-schwarzen Haaren und alten Narben (was Orthum zu einem leicht pietätlosen Ausruf „So ein Glück!“ veranlasste, den Tyr ihm verzeihen mag). Der Mensch war offensichtlich an einer Vielzahl von brutalen Stichverletzungen im Torso gestorben.

Orthum und ich erkannten ihn nicht sofort, weil er über und über blutverschmiert (und kein schöner Anblick mehr) war. Erst als Orthum ihn später säuberte, erkannte er in ihm einen „alten Bekannten“ von uns, der nicht wenige meiner Männer mal kurzzeitig in den „Bau“ gesteckt hatte: es war kein geringerer als der rechtschaffene Walldon, seines Zeichens Hauptmann der Stadtwache von Niewinter. 

Dank zweier Goblins, die Mylady in ihrer unnachahmlich einschüchternden Art gefangen nehmen konnte, erfuhren wir, dass der Hauptmann der Gefangene von Menschen (wir vermuten: Verrätern aus Niewinter) gewesen war, die ihn im Wald an eine Gruppe Orks übergeben hatten, die ihn wiederum „zur weiteren Verwendung“ nach Burg Cragmaw gebracht hatten. Diese „weitere Verwendung“ bestand in einem rituellen Mord des Gefangenen durch einen Doppelgänger, der sich in dem Ritual die Fähigkeit aneignete, die Gestalt und die Erinnerungen des Hauptmanns zu übernehmen. Letzteres verriet uns ein Buch aus der Bibliothek, welches Baris (nach Sicherung des Raums durch Mylady, Shenmi und mich - hier später noch mehr!) in Rekordzeit gefunden hatte. Aus dem Buch erfuhren wir auch, dass Doppelgänger die Fähigkeit besitzen, aus der Entfernung Gedanken zu lesen.

Durch das Kopieren von Shenmi könnte der Doppelgänger, der ihre Gestalt angenommen hat, nun alles wissen, was auch wir wissen. Bestimmt ist er schon unterwegs zu seinem Herrn, um diesem von seinen spannenden, neuen Erkenntnissen haarklein zu berichten. Gott verdammt!!!

Unsere einzige Hoffnung bleibt, dass der Feind vielleicht nicht alle wichtigen Informationen von Shenmi gewinnen konnte, weil eine vollständige Aneignung der Erinnerungen wohl ein langwieriges und tödliches Ritual erfordert, wie es bei dem unglücklichen Hauptmann praktiziert wurde.

Der schlechten Nachrichten nicht genug, mussten wir von einem der gefangenen Goblins auch noch erfahren, dass dieser selbst im Lauf seines Dienstes hier in der Burg auf insgesamt 3 Doppelgänger gestoßen ist und dass das Bringen von Gefangenen zur Übernahme durch die Doppelgänger leider kein einmaliges Prozedere gewesen war. Gott, wie ich Verräter hasse!!! Der Feind dürfte also schon mindestens den Hauptmann von Niewinter, den Tyr-Paladin und ein Mitglied des Rats der Grafen ersetzt haben! Ist in dieser Stadt überhaupt noch jemand, wer er vorgibt zu sein??? Himmel, Arsch und Zwirn!!!

Zu der ausgeprägten Praxis, Würdenträger Niewinters zu ersetzen passte es auch, dass wir in einem Nebenraum zum Altarraum zwei blutige Kettenpanzer und ein Schwert fanden …, welches seltsamer Weise außerhalb seiner - ebenfalls in dem Raum befindlichen - Schwertscheide aufbewahrt wurde (was ich bis jetzt immer noch nicht verstehe)!? Die Waffe trug die Zeichen Niewinters und gehörte laut dem Goblin nicht Walldon, sondern einem anderen ehemaligen (und voraussichtlich kopierten) menschlichen Gefangenen. Orthum nahm die Sachen zur späteren Untersuchung durch Magnus mit.

Einer unserer Gefangenen berichtete uns auch, dass ein Goblin namens Lupo, der eine Kaste über ihnen stand und somit dem „mittleren Management“ seines dreckigen Stammes angehörte, dem Altarraum vorgestanden hatte. Er hatte auch die widerlichen Gricks befehligt (ohne, dass die Bestien ihn gefressen haben), weil er sie von klein auf aufgezogen hatte. Lupo war der Goblin, der beim Versuch zu fliehen außerhalb der Burg von Xanth aufgespießt worden war. Ihm weinten unsere Gefangenen keine Träne nach, weil er nicht nur Menschen an seine Schosshündchen zu verfüttern pflegte.   

Auch zu unserer Suche nach der Zentaurin hatten die überaus nützlichen Goblins wertvolle Informationen:
Die Frau war zwar hier gewesen, 4 Orks hatten sie im Morgengrauen jedoch leider abgeholt und – angeblich wohlbehalten, wenn auch gefesselt - nach Norden mitgenommen. Baris nahm sofort die Fährte auf und wir folgten ihm …, nachdem zuvor

a) Gundrens Lederbeutel vom toten König geholt wurde (in dem sich die Karte zur Wellenhallhöhle befand - der Feind kennt also schon länger ihren Standort und ist vermutlich schon da!!!  :( ) und

b) ich zusammen mit Eleonora und Shenmi einen in der Bibliothek eingesperrten Eulenbären erschlagen hatte …, wobei wir den Ort um 90 Elektra-Münzen, 120 Goldmünzen, einen Heiltrank (für Eleonora), eine magische Schriftrolle des Wiederbelebens samt 3 Diamanten (für Orthum) und eine magische Schriftrolle der Stille (für mich) erleichterten.

Noch nie hatte ich danach Baris so schnell eine Spur verfolgen sehen (und das auf Xanth reitend), so dass wir Mühe hatten, Schritt zu halten. So holten wir die 4 Orks schließlich tatsächlich ein …, die sich leider mittlerweile in Begleitung zweier Oger befanden, von denen einer die gefesselte Zentaurin an einer Kette festhielt.

Ich erfasste sofort zutreffend, dass wir den Feind zwar besiegen konnten, dass dies aber nicht schnell genug gelingen würde, um diesen davon abzuhalten, der Zentaurin etwas anzutun. Ich entschied deshalb, die Magie meines furchteinflößenden Helmes zu nutzen, um das Lumpenpack in Panik alles (auch die Kette!) fallen zu lassen und feige zu fliehen. Alle bis auf einer der Oger (der ohne die Kette) erlagen der verängstigenden Magie und rannten um ihr wertloses Leben. Der verbleibende Oger, der dann Ziel aller unserer Angriffe war und so in kürzester Zeit (letztendlich von Xanth) niedergestreckt wurde, hätte sich wohl gewünscht, ihnen gefolgt zu sein.

Die Zentaurin Kataja dankte uns (nach inniger Wiedervereinigung mit Xanth) herzlich für ihre Rettung. Obwohl ich für gewöhnlich keine Neigung zu Zentaurinnen verspüre, muss ich unumwunden zugeben, dass diese hier überaus anmutig und charmant war. Nicht nur ich fand sie bezaubernd, das galt auch für jede Menge wilder (sich für gewöhnlich gegenseitig fressende) Vögel, die sich friedlich um sie herum scharten und sogar ihre Worte verstanden.

Xanth gestand uns nun, nicht ganz ehrlich zu uns gewesen zu sein:
Kataja ist eine Prinzessin und er war der Hauptmann der Garde ihres königlichen (ihn ablehnenden) Vaters, bis sie heimlich geheiratet hatten und miteinander durchgebrannt sind. Die Orks haben sie dann gefangen genommen ("das nenne ich mal richtig miese Flitterwochen!!!"), um den König zu erpressen, damit dieser mit dem Meister der Orks „kooperiert“. Zu diesem Zweck hatten sie Kataja auch aus Burg Cragmaw abgeholt.

Uns veranlasste dieses Wissen, der Prinzessin zu raten, ihrem Vater eine Nachricht ihrer wohlbehaltenen Befreiung zu schreiben (er solle seine Kooperation einstellen und alle Erpresser an seinem Hof umgehend umbringen) und diese durch einen ihrer Vögel überbringen zu lassen. Dies tat sie. Dann boten wir ihr die Gastfreundschaft Axeholms an, da die beiden Zentauren nicht sicher an den Hof des Königs zurückkehren konnten. 

Zusammen (mit den 2 Goblins, den 2 Zentauren und Gundren) zogen wir gen Süden und erreichten schließlich den 3-Eber-Pfad, wo wir rasten mussten. 

Zuvor hatte ich jedoch noch die traurige Pflicht, Gundren von Thardens Tod zu berichten ..., was ihn – und uns alle – natürlich tief betrübte und wir trauerten gemeinsam mit ihm um seinen getöteten Bruder ..., nicht wissend, wo Gundrens anderer Bruder Nundro jetzt gerade wohl sein mochte und ob es ihm besser ergangen war …?
« Letzte Änderung: 03. Oktober 2022, 10:29:38 von Sebastian »
"There is not always a silver lining behind dark and stormy clouds. Sometimes the things behind are much worse."