Korrgrim saß mit 3 seiner Mintarn-Söldner-Kameraden in einer Schenke und starrte schweigsam in den Starkbierhumpen, in dem er seinen Unmut zu ertränken versuchte. Die anderen Gäste feierten lautstark und teilten seine schlechte Stimmung nicht. Anders als Korrgrim, schlug seinen anwesenden Kameraden ihr gemeinsamer Misserfolg nicht aufs Gemüt.
„Was soll‘s? Sind doch nur Huren!“, sagte der schlaksige Malark achselzuckend in ihre Runde. Es sollte wohl Trost spenden, doch bei Korrgrim verfehlte es seine Wirkung.
„Mir ist egal, womit sie ihr Geld verdient haben“, stellte Korrgrim mürrisch klar. „Sowas hat keiner verdient. Und es ist unsere Aufgabe das Schwein zu schnappen, das sie derart bestialisch umgebracht hat.“
„Und das werden wir!“, versicherte der hünenhafte Gorstag gleichmütig. „Irgendwann …“
„Irgendwann?“ Es klang wie Hohn in Korrgrims Ohren. „Wir sind schon seit Wochen hinter dem Kerl her … und noch keinen Schritt weiter.“
„Na ja, … immerhin haben wir mittlerweile Täterbeschreibungen …“, meinte Gorstag und nahm einen großen Schluck aus seinem Humpen, während sein abwesender Blick dem ausladenden Hintern einer vorbeigehenden Schankmaid folgte.
„Täterbeschreibungen? Das ich nicht lache!“, kommentierte Korrgrim sarkastisch. „Jede Zeugin beschreibt den Täter anders. Wenn es danach geht, könnte es jeder sein …“
„Kameraden, darf ich daran erinnern, dass der Dienst für heute vorbei ist …“, ermahnte sie Caramor genervt, „… Wir sind hier, um uns zu amüsieren und ich habe keine Lust, mir von euerm Trübsinn einen vielversprechenden Abend verderben zu lassen … nichts für Ungut, Sergeant“, fügte er mit Blick auf Korrgrim hinzu. „Können wir also bitte über etwas Vergnüglicheres reden?“
„Vielleicht ist es ja gar kein einzelner Täter? Vielleicht sind es verschiedene Personen und die Taten haben gar nichts miteinander zu tun?“, fragte Gorstag an Korrgrim gewandt.
„Wohl kaum …“, meinte dieser, „… dafür ist die Art, in der die Leichen verstümmelt werden zu einheitlich, zu einzigartig und zu charakteristisch.“
„Oh ja, das Thema "Verstümmelungen" ist schon viel vergnüglicher, vielen lieben Dank, Freunde!“, höhnte Caramor.
„Ich wüsste ein Thema, dass dir besser gefällt“, behauptete Malark jovial grinsend. „Die Huren, die wir zu den Morden als Zeuginnen verhört haben, da waren schon ein paar geile Weiber dabei, oder? Ich für meinen Teil weiß, welchen von denen ich auch außerhalb des Dienstes mal einen Besuch abstatten werde …“
„Ich glaube nicht, dass sie dich ranlassen. Auch wenn sie es mit dem größten Abschaum für Geld treiben mögen, auch die haben ihren Stolz … und du hast bestimmt noch nicht genug Gold verdient, damit sich eine von denen mit dir abgeben würde“, scherzte Gorstag.
„Du fängst dir gleich eine, du Wurm!“, drohte Malark. „Ich kann jede haben, hörst du, jede! Auch ohne Geld!“
„Hört, hört! Das schreit nach einer Wette!“, frohlockte Caramor und rieb sich vorfreudig die Hände. „Wir suchen dir hier ein ehrbares Weib aus, an der du uns beweist, wie es um deine Verführungskünste bestellt ist? Solltest du scheitern … übernimmst du eine Woche Wachdienst … von jedem von uns, versteht sich. Bist du hingegen erfolgreich, tun wir Selbiges für dich. Einverstanden?“
„Ein wahrhaft guter Plan …, der jedoch eine Haken hat, an dem das Ganze scheitern dürfte: Wo willst du hier eine ehrbare Frau finden?“, fragte Gorstag.
„Die da! Das ist mit Sicherheit eine ehrbare Frau! Jede Wette!“ Korrgrim wies auf eine dunkelhäutige Schönheit. Sie war eine Waldelfe, schlank und anmutig, wie es Frauen ihres Volkes es zu sein pflegten, und doch stach sie optisch aus der Masse ihrer Art heraus. Sie saß an einem Tisch mit einem alten Mann, der wie ein Walläufer gekleidet war. Der Alte schien sich ganz und gar nicht zu amüsieren, denn er sah sich verächtlich in der Schenke um, als erkenne er in den Anwesenden den Abschaum, der sie vermutlich auch waren.
„Das nenne ich mal eine Herausforderung!“, bemerkte Gorstag. „In Ordnung, die Wette gilt!“
„Was? Nein!“, protestierte Malark. „Ich treibe es doch nicht mit so einem verfluchten Spitzohr, das vermutlich alt genug ist, um meine Urgroßmutter zu sein? Vergesst es!“
„Außerdem scheint dir ohnehin schon ein anderer zuvor zu kommen“, sagte Caramor und deutete auf einen grobschlächtigen Mann mit primitivem Gesicht, der an den Tisch der Elfe gegangen war, sich nun ungefragt dazu setze und ihr ebenso ungefragt in bedrohlicherweise den Arm um Schultern legte. Zwei weitere Typen waren ihm zum Tisch gefolgt, blieben aber im Hintergrund stehen und beäugten, als ihr Kumpel anfing, die Elfe zu betatschen.
„Das ist eine Falle“, bemerkte Korrgrim knapp, als er auf das Geschehen aufmerksam wurde.
„Was meinst du?“, fragte Gorstag irritiert.
„Das ist kein Annäherungsversuch. Wenn es einer wäre, würden seine Freunde nicht mit hingehen. Ich wette mit euch, der Typ will nur den alten Mann provozieren und wenn der protestiert, geht er mit ihm raus, vermeintlich um den Zwist dort zu klären, tatsächlich jedoch, um ihn dort zusammen mit seinen Freunden fertigzumachen und auszurauben.“
Caramor nickte beeindruckt. „Yep. Da dürfte er Recht haben, unser Sergeant. Hat wirklich einen Blick für Halunken.“
„Dann wollen wir mal …“, knurrte Korrgrim und stand auf.
„Hey, was hast du vor? Wir sind nicht im Dienst! Schon vergessen?“, protestierte Caramor nun.
„Du warst es doch, der etwas Vergnügliches tun wollte?“, erinnerte ihn Korrgrim. „Also komm mit und amüsiere dich!“
„Auf keinen Fall!“, sagte Caramor kategorisch.
„Bin dabei“, sagte Gorstag vergnügt und sprang auf. „Sich prügeln, wenn die Garde mich nicht in den Kerker werfen kann, weil ich zur Garde gehöre? Das lasse ich mir doch nicht entgehen!“
„Tut was ihr nicht lassen könnt!“, sagte Malark und blieb demonstrativ neben Caramor sitzen.
„Wie ihr wollt … das macht mir die nächste Wacheinteilung viel leichter.“, behauptete Korrgrim. „Was glaubt ihr: Wie viel Doppelschichten hintereinander schafft ihr wohl?“
Caramor und Malark guckten sich an und erhoben sich dann frisch motiviert auch von ihren Sitzen, um Korrgrim zu folgen. Dieser ging an den Tisch der Elfe. Weder diese, noch der Alte hatten sich bislang provozieren lassen. Fast schien es so, als würden sie den Grobian an ihrem Tisch ignorieren. Beide machten ganz und gar nicht den Eindruck, Angst vor dem Mann zu haben … ein Umstand, der den Zwerg überraschte.
„… wenn ich mit dir fertig bin, wirst du nicht einmal mehr …“, sagte der Grobian gerade lüstern grinsend zu der Elfe, als Korrgrim seinem Stuhl von hinten die beiden hinteren Stuhlbeine wegtrat, so dass der Mann überrascht auf den Boden krachte und sich erst wieder aufrappeln musste. Die beiden Begleiter des Kerls wollten sich Korrgrim bedrohlich nähern, aber Gorstag, Caramor und Malark verstellten ihnen böse dreinblickend den Weg zu ihrem Kameraden.
„Mintarn-Söldner!“, kündigte Korrgrim sich und seine Gefährten in autoritärem Tonfall an. „Was ist hier los? Bist du betrunken Bursche?“
Der Grobian stand ihm nun mit unverholener Wut gegenüber und blickte auf Korrgrim herab. „Du hast ja keine Ahnung, mit wem du dich hier anlegst, Zwerg?“
Korrgrim hielt seinem Blick mit stoischem Gesichtsausdruck stand. „Oh, doch! Ich weiß genau, wer du bist! Du bist der Kerl, der in Kürze mit ausgeschlagenen Zähnen sehr viel Zeit im Kerker verbringen wird … wenn du dich nicht sofort bei der Dame entschuldigst und mir dann aus den Augen gehst.“
Die beiden starrten sich in die Augen und Korrgrim rechnete jeden Moment damit, dass der Kampf beginnen würde. Dann sagte einer der Begleiter seines Gegenüber etwas in einer exotischen Sprache, die er noch nie zuvor gehört hatte. Der Grobian schien es zu verstehen und was immer ihm gesagt worden war, sein Gesichtsausdruck verriet, dass es ihm ganz offensichtlich nicht gefiel.
„Wir sehen uns wieder, Zwerg! Verlass dich drauf!“, sagte der Grobian und ging an Korrgrim vorbei aus der Schenke, gefolgt von seinen Kumpanen. Malark grinste Caramor an und Gorstag entspannte sich, als er einer vorbeigehenden Bedienung einen weiteren Humpen vom Tablett stibitzte. Die drei gingen zu ihrem Tisch zurück, nur Korrgrim blieb noch als er angesprochen wurde:
„Niemand hat darum gebeten, dass Ihr euch einmischt!“, sagte nun der alte Waldläufer, ohne vom Tisch aufzublicken. „Das war ein Fehler.“ Die Worte des Alten klangen bedrohlich und Korrgrim spürte unwillkürlich, dass der Mann gefährlich war.
„Ich bedaure, wenn Ihr das so empfindet“, erwiderte Korrgrim höflich, nachdem er seine Überraschung über die Reaktion des Alten überwunden hatte. „Doch so wie ich es sehe, war das, was ich getan habe, das Richtige.“
„Tut Ihr immer ... 'das Richtige'?“, fragte der Alte höhnisch und blickte nun zu Korrgrim auf. Seine eiskalten grünen Augen schienen Korrgrim bis in die Seele zu starren.
„Vermutlich nicht …, doch ich bemühe mich stets, dies zu tun“, antwortete Korrgrim und war sogleich über sich selbst überrascht. Warum hatte er dem Fremden derart offen und wahrheitsgemäß geantwortet? Das hatte er gar nicht vorgehabt. Fast kam es ihm vor, als habe der Alte ihn in irgendeine Art von Bann gezogen.
„Ich jedenfalls für meinen Teil danke euch, für eure Hilfe, Herr Ritter“, unterbrach die Elfe ihren Dialog mit weicher Stimme und lächelte Korrgrim an.
Korrgrim deutete eine Verbeugung vor ihr an und sagte: „Zu euren Diensten, meine Dame. Aber … ich bin nur ein einfacher Söldner, … kein Ritter …“
Die Elfe kicherte. „Oh, ich denke, ich weiß besser, was ihr seid.“
Korrgrim war verdutzt ob dieser ungewöhnlichen Aussage und wusste hierauf spontan nichts zu erwidern.
„Seid Ihr dies … wirklich?“, fragte nun der Alte, wobei er die Worte langsam auf seiner Zunge zergehen ließ.
„Wie? Was meint Ihr?“, stotterte Korrgrim nun, immer weniger verstehend, wovon hier gerade die Rede war.
„Seid Ihr der Dame … 'zu Diensten'?“ Der Alte musterte ihn eindringlich, als er auf die Antwort wartete.
„Gewiss …, wenn sie meine Hilfe wünscht?“ Korrgrim hatte den Eindruck, der Alte wollte etwas sagen, verkniff es sich aber.
„Das tue ich nicht …“, antwortete die Elfin mehr an den Alten gewandt als in Richtung Korrgrim, „… zumindest noch nicht ..., Herr Ritter.“
„Nun, … dann lasse ich die Herrschaften nun mal wieder allein. Einen schönen Abend wünsche ich noch.“
Als Korrgrim sich umdrehte und ging hörte er hinter sich noch die Elfe kichern. Kaum hörbar vernahm er sie zu ihrem Begleiter sagen: „Wohl kaum …“
Korrgrim zechte mit seinen Kameraden, die sich ausgiebig über den feigen Grobian lustig machten, noch mehrere Stunden. Ab und zu guckte er zu der Elfe und dem Alten, die stetig stumm an ihrem Tisch saßen und alles an Lebensfreude vermissen ließen, was einen Schenkenbesuch für gewöhnlich ausmachte. Als die Nacht ihren Höhepunkt bereits überschritten hatte, beschlossen die Kameraden zu ihren Quartieren aufzubrechen. Gorstag, der am tiefsten ins Glas geguckt hatte, musste von Caramor gestützt werden, um beim Gehen nicht umzufallen. Als sie die Schenke hinter sich gelassen hatten, folgten sie den nächtlichen Straßen Niewinters nach Hause. Die Beleuchtung der meisten Straßen war spärlich, was für Korrgrim – im Gegensatz zu seinen menschlichen Kameraden – jedoch kein Problem darstellte. Als sie fast angekommen waren und eine kleinere Straße zur Hälfte beschritten hatten, verstellte ihnen am Ende der Gasse ein Mann den Weg. Er war im Schatten kaum zu erkennen, selbst für Korrgrim. Nur seine dunklen Umrisse zeichneten sich ab.
„Ihr … habt nach mir gesucht … wie ich gehört habe.“ Die Stimme war dunkel und hatte einen unnatürlichen Hall. „Nun …, Glückwunsch: Ihr habt mich gefunden.“
„Der ist ja noch besoffener, als ich!“, witzelte Gorstag und setzte zu einem kehligen Lachen an. Der Schatten machte Anstalten sich abzuwenden, nur um nächsten Moment in einem atemberaubenden Tempo an ihnen vorbei durch die Straße zu zischen. Korrgrim hatte ihn gar nicht gesehen, so schnell hatte der Schatten sich bewegt und nur den Wind, der dabei an ihnen vorbei fegte, hatte er wahrgenommen. Das Lachen von Gorstag erstarb daraufhin in einem Schwall aus Blut. Gorstag fiel zu Boden und starb mit einem gurgelnden Laut. Seine gesamte Kehle war aufgerissen, ganz genauso, wie es bei den toten Huren der Fall gewesen war, deren Morde sie vom Oberkommando aufzuklären beauftragt worden waren.
Korrgrim zog seinen Hammer von seiner Seite und seinen Schild von seinem Rücken, machte beides kampfbereit und wendete sich in die Richtung, in die der Schatten entschwunden war. Der Schatten stand nun schamlos am anderen Ende der Straße, breitbeinig und ohne Anstalten zu machen, sich zu verstecken. Hinter ihm standen der Grobian aus der Schenke und seine beiden Kumpanen.
„Ich sagte doch, dass wir uns wieder sehen werden“, sagte der Grobian mordlüstern triumphierend.
„Das war ein Fehler!“, sagte Korrgrim auf Gorstags Leichnam deutend. „Dafür werdet Ihr bezahlen!“
Vom Schatten erschall ein schrilles, unmenschliches Lachen. Zunächst glaubte Korrgrim, dass dieses ihm und seinem Rachegelöbnis gelten würde, doch schnell erkannte er seinen Irrtum. Der Schatten nahm erneut die Schulter zurück, als wolle er sich abwenden, nur um unmittelbar danach wieder in nicht wahrnehmbarer Geschwindigkeit durch die Gasse und an ihm vorbei zu fegen. Da realisierte er, dass das Lachen Caramor und Malark gegolten hatte, die sich nicht zum Kampf gestellt, sondern Reißaus genommen hatten. Am Ende der Gasse hatte der Schatten sie eingeholt und nun lag dort Malark mit aufgerissener Kehle im Sterben.
Caramor lief in Panik zurück in die Gasse, erreichte Korrgrim mit gezogenem Schwert und lief hinter den Zwerg, als würde dessen Schild ihn zu schützen vermögen. „Der Kerl ist zwei Nummern zu groß für uns, Sergeant! Was sollen wir nur tun?“
„Decke meinen Rücken!“, befahl der Zwerg. Die Schergen des Schatten griffen bislang nicht in den Kampf ein, aber das konnte sich ja jederzeit ändern. Caramor folgte verzweifelt dem Befehl, froh sich nicht dem Schatten stellen zu müssen. Das machte Korrgrim. Der wusste, dass Caramor Recht hatte: der Schatten war ihnen hoffnungslos überlegen. Aber eine Chance sah er. Er fokussierte den Schatten und nahm seine Kampfhaltung ein. Der Schatten lachte sein grausiges Lachen ob der offenkundigen Aussichtslosigkeit von Korrgrims Widerstand. Dann nahm er wieder die Schulter zurück, als wolle er sich abwenden … eine Marotte, die Korrgrim auszunutzen gedachte. Er wusste, dass er den Schatten nicht sehen würde, wenn er kam, umso wichtiger war sein blindes Timing, zuzuschlagen, wenn das Abwenden des Schattens auf seinem Höhepunkt erstarb und (nach den Vorerfahrungen) in den Angriff übergehen musste. Korrgrim schlug zu, bevor er etwas sah. Sein Hammer schnellte vor und traf mit voller Wucht auf etwas Hartes … etwas sehr Hartes, das so schnell war, dass der Treffer Korrgrim selbst zurückfliegen und schmerzhaft mit dem Hinterkopf auf dem Kopfsteinpflaster der Gasse aufschlagen ließ. Benommen versuchte Korrgrim sich aufzurappeln. Er hörte ein wütendes Fauchen aus der Gasse, gefolgt von einem Schmerzensschrei … einem Schrei von Caramor. Im nächsten Augenblick drückte eine Klaue, die sich um seinen Hals geschlossen hatte, ihn an die nächstgelegene Häuserwand. Es war die Klaue des Schattens, der ihn rasend vor Wut anfauchte. Korrgrims Schwerthand war frei und so hämmerte er seine Waffe wieder und wieder gegen den Arm, der ihn festhielt … ohne dass der ihn losließ.
„Ich werde mir Zeit bei dir lassen und in aller Ruhe dein Blut trinken ..., Ritter!“, flüsterte der Schatten.
„Ich …“, Korrgrims Hammer traf den Arm des Schattens, „… bin …“, erneut traf der Hammer, „… kein …“, wieder fand der Hammer sein Ziel, „… Ritter!“
Korrgrim bekam keine Luft mehr und sein Bewusstsein schwand. Da hörte er Schreie vom anderen Ende der Gasse. Der Schatten hatte es auch gehört und wendete sein Haupt in die Richtung des Lärms. Korrgrim schlug erneut zu und diesmal traf er nicht den Arm, sondern den Kopf des Schattens. Dieser hämmerte ihn darauf gegen die Wand und ließ ihn auf den Boden fallen, um sich am Ende der Gasse in ein anderes Kampfgetümmel zu stürzen. Benommen meinte Korrgrim am Ende der Gasse den alten Waldläufer zu erblicken. Um ihn herum lagen die Leichen des Grobians und seiner Freunde. Der Schatten stürzte sich auf den Waldläufer und ein Wirbelsturm von Schlägen beider Kontrahenten war die Folge. Zu Korrgrims Überraschung stand der Alte dem Schatten in nichts nach, im Gegenteil, der Schatten verzweifelte zunehmend an seinem Gegner und sein panisches Kreischen hallte durch die Gasse. Korrgrim konnte nicht mehr sehen, was vorsich ging, denn er war stark verletzt zu Caramor gerobbt, um ihn mit Heilzaubern vor dem drohenden Tod zu retten. Mit seinem letzten Heilzauber kümmerte er sich um die schlimmsten seiner eigenen Verletzungen.
„Er hat überlebt … und sich wacker geschlagen, nicht wahr?“ Die Stimme, die Korrgrim nun hörte, war die der Elfe.
„Aber er muss noch viel lernen. Er ist noch bereit für euch“, sagte die Stimme des Waldläufers, die keine Anzeichen von zurückliegender Anstrengung erkennen ließ. „Sollte sich das ändern, werden wir uns wiedersehen, … mein Ritter.“
„Zum allerletzten Mal: Ich bin kein …“, setzte Korrgrim an und bemerkte dann, dass er nun allein in der Gasse war, wenn man vom bewusstlosen Caramor absah.
Die Überreste des Schattens, die vom Waldläufer (oder was immer der Alte gewesen war) in Stücke gerissen worden waren, ließen kaum mehr erkennen, um was für ein Wesen es sich dabei mal gehandelt hatte.
(Anmerkung ooc:
- Caramor überlebte,
- Korrgrims Berichte über den Waldläufer wurden kaum Glauben geschenkt, aber Korrgrim wurde für die Aufklärung der Mordserie an den Dirnen zum Weibel befördert
- der Waldläufer und die Waldelfe blieben unauffindbar … bis jetzt.)